„Was ich noch zu sagen hätte…“

Im Gespräch mit Palliativpatienten

Was bedeutet es, Palliativ-Patient zu sein?

Von einer so genannten „Palliativ-Therapie“ spricht man, wenn sich der Therapieansatz – anders als bei der „kurativen“ Therapie, die das Ziel der Heilung verfolgt – nicht aktiv gegen die bösartigen Zellen richtet, sondern den Fokus auf die Ist-Situation legt. Dabei kann es zum einen darum gehen, die weitere Ausbreitung der Erkrankung so lange wie möglich im Zaum zu halten, zum anderen um eine Verbesserung des Zustands oder aber um beides. Um Heilung geht es dabei allerdings nicht mehr.

Es liegt auf der Hand, dass die Schwerpunkte in unterschiedlichen Lebenssituationen jeweils unterschiedlich gelegt werden: nicht selten kämpfen jüngere Krebspatienten stärker um Lebenszeitgewinne, während ältere eher den Erhalt der Lebensqualität über den Zeitgewinn stellen.

Aber ganz gleich ob jünger oder älter, ob die Tage bereits gezählt sind oder die Aussicht darauf besteht, noch eine ganze Weile zu überleben – als ein von einer unheilbaren Krankheit betroffener Mensch macht man sich wohl zwangsläufig verstärkt Gedanken über die eigene Endlichkeit.

Das Projekt „Was ich noch zu sagen hätte...“ gliedert sich an den Verein „Momente, die bleiben“ (e. V. in Gründung) an. Es soll an Krebs erkrankten Personen die Möglichkeit geben, ihren Gedanken und Gefühlen, ihrer Situation, ihren Wünschen und ihren Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. In Worten und in Bildern. Im Rahmen eines Interviews, wenn gewünscht in Kombination mit einem Fotoshooting.

„Was ich noch zu sagen hätte…“ ist ein Herzensprojekt.

Ich selbst habe eigene Erfahrung mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung und weiß um die Sensibilität dieses Themas, aber auch um den Wunsch, unbedingt etwas dazu sagen zu wollen oder andere wichtige Dinge wissen zu lassen. Umgekehrt höre ich sehr gerne zu und inzwischen auch sehr viel genauer hin.

Als Person mit einer eigenen Geschichte und als Psychologiestudentin bringe ich Einfühlungsvermögen und auch ausreichend Fachwissen mit, um zu einem beidseitig bereichernden Gespräch beizutragen. Dabei ist mir selbstverständlichbewusst, dass unser Gespräch keine Therapie ersetzt – kann es gar nicht und ist auch nicht die Intention (im Zweifelsfall empfiehlt es sich, vorab mit den behandelnden Ärzten abzusprechen, ob das Interview, welches das eigene Leben noch einmal rekapitulieren kann, aus welchen Gründen auch immer, kontraindiziert sein könnte).

Wichtig ist mir zu sagen, dass ich mit „Was ich noch zu sagen hätte…“ keine kommerziellen Ziele und auch keinen wirtschaftlichen Gewinn verfolge.

Ziel dieser Aktion ist es, mit Ihrer Hilfe anderen Betroffenen, ihren Familien und Freunden sowie Interessierten ganz unterschiedliche Möglichkeiten des Umgangs mit einer Palliativ-Situation aufzuzeigen und auf diese Weise andere dabei zu unterstützen ihren eigenen Weg zu finden und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schärfen. Dafür soll ein Buch entstehen – zusammengestellt aus Mitschriften der Gespräche, Randnotizen, Zusatzinformationen und Bildern. Hierbei ist mir eine seriöse, umsichtige und pietätvolle Umsetzung wichtig.

Gerne mache ich mich auf den Weg zu Ihnen – nach Hause, ins Altenheim, Krankenhaus oder Hospiz – mit einigen konkreten Fragen im Gepäck sowie genügend Zeit, für Sie und alles, was Ihnen am Herzen liegt oder auf der Seele brennt. Das Gespräch „muss“ nicht als zweckgebunden in dem Sinne angesehen werden, Fragen, die ich stelle, „müssen“ nicht beantwortet werden – müssen muss nämlich gar nichts. Ich stelle mich ganz auf mein Gegenüber ein und wir schauen einfach, was sich entwickelt.

Während unseres Gesprächs werde ich mein Diktiergerät laufen lassen und mir ab und zu Notizen machen, damit ich mir Ihre Geschichte(n) merken und korrekt wiedergeben kann. Nachdem ich diese dann zu Hause zusammengeschrieben und ausformuliert habe, erhalten Sie die Gelegenheit noch einmal drüber zu schauen und Korrekturen vorzunehmen. Namen können natürlich auf Wunsch abgeändert oder gekürzt werden. Und bevor Sie nicht Ihr „ok“ geben, bekommt niemand die Texte zu lesen.

Und wenn Sie mögen, mache ich auch sehr gerne Fotos. Ganz entspannt, ohne Druck. Nach Ihren Vorstellungen oder inspiriert von meinen Ideen, nachdem wir uns näher kennengelernt haben. Die entstandenen Bilder erhalten Sie kostenfrei – als Dankeschön für Ihre Zeit und Gesprächsbereitschaft. Und wer weiß, vielleicht möchten Sie Ihrer Geschichte im Buch ja gerne ein Bild hinzufügen oder aber ich finde ein Foto so ausdrucksstark, dass ich es gerne zeigen würde – dann sprechen wir darüber. Nichts geschieht ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis.

Fühlen Sie sich angesprochen von „Was ich noch zu sagen hätte…“?

…und Sie möchten gerne Teil dieses Projekts sein? Dann freue ich mich darauf, Sie kennenzulernen. Für eine Kontaktaufnahme können Sie das Formular nutzen oder mir eine Mail senden: kontakt@momentediebleiben-fotoprojekt.de